Die Auszeit 

Stille über dem Wasser,

alles hat sich verkrochen.

 

Brachzeit,

Kräfte nach innen sammeln,

in sich selber zu Hause sein.

Regeneration für das Kommende.

 

Es aushalten mit dem

Nichts.

 

Bleib noch ein wenig!

Klarheit

Fasziniert sehe ich die Struktur 
der Winterbäume.
Klarheit von großer Schönheit 
bis ins kleinste Detail.

Ich erkenne darin eine wichtige Qualität.
Ja ein Ja, Nein ein Nein
und alle Nuancen dazwischen.

Eine Struktur und eine gute Richtung.


Nebel

Das Gegenteil von Klarheit:

Die Sicht ist begrenzt, Farben verschluckt,

die Landschaft ins Abstrakte verkürzt.

 

Ich nehme das Lebenstempo raus,

konzentriere mich auf das Naheliegende.

Wachsen und Grünen

Vom Regen satt,

vom Licht gerufen,

auf einmal ist Kraft da,

die Grünkraft.

 

Ich nutze die allgemeine Situation,

auch ich dehne mich,

mache Bewegungen,

die ich schon lange vergessen habe,

suche nach Licht und Lebendigkeit.

 

Neu anfangen,

innerlich wachsen

und irgendetwas Neues 

ausprobieren,

das geht in jedem Lebensalter.

 

Zunächst genügt es,

etwas Neues zu denken.

Traum in Hellgrün

 

Es sind nur wenige Tage im Jahr,

an denen der Buchenwald in lichtem Grün

meist vor wunderbarem Blau erscheint.

 

Jetzt ist der Frühling in vollem Gange.

 

Alles schlägt aus.

Ich bekomme Appetit auf Salat.

Ein Heer von Insekten ebenso.

Das junge Gemüse

 

Keimblätter jung und zart

starten in reichlicher Anzahl,

um wenigen zu ermöglichen,

Baum zu werden.

 

Die neuen Ideen gilt es

vorerst zu schützen.

Was auf meinem Mist gewachsen ist,

soll von anderen nicht

zertreten werden.

Erst, wenn die Dinge ein 

gewisses Ausmaß erreicht haben,

gibt es vielleicht 

Unterstützung  von außen,

Wachsen von selbst.

 

Und junges Gemüse?

Was beschäftigt Kinder und

Jugendliche eigentlich grad?

 

Großes Blütenfest 


Ich staune,

was möglich ist.

 

Zum Glück blüht nicht alles gleichzeitig,

so bleibt die Freude über

einen gewissen Zeitraum erhalten.

 

Ich lasse die Eindrücke

tief in mich hinein fallen,

um später davon noch etwas zu haben.

 

Und auch ich darf blühen.

Wie das gehen soll?

 

Indem ich mich mit den

Quellen verbinde.

 

Und vielleicht kann ich 

Blumen und Blüten

oder Freude verbreiten.

Farbenrausch

Weil es so schön ist,

noch ein Bild.

 

Büsche und Blumen 

greifen großzügig

In die Farbpalette.

 

Und ich auch:

Ich teste,

was Papier und Leinwand aushalten,

trete in Kommunikation

mit dem Bild,

das entstehen möchte.

Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten

Christen feiern alle diese verrückten Sachen:

ein Leben nach dem Tod,

die unsichtbare Welt,
schon mitten unter uns,

Gottes Heiligen Geist,
der zu uns kommt,
wenn wir uns dafür öffnen.

Die vitalen Kräfte leben

 

Ich stehe an dem Platz,

an den ich gestellt bin.
Und nehme wahr, was gerade ist.

 

Hier hinterfrage ich nicht dauernd,

ob es richtig ist oder gut,

dass ich da bin.

 

Ich bin ich einfach da,

stehe meine Frau und meinen Mann,

werde sichtbar.

 

Ich vertrete meine Standpunkte,

stehe für etwas ein,

baue auf dem auf,

was gewachsen ist.

 

Geben und Nehmen

Die Atmung verbindet 
nicht nur mit grünen Pflanzen.

Sie ist in der Lage,
mich mit mir selbst zu verbinden,
sogar mich mit dem Göttlichen
zu vereinen.

Und: ich teile sie mit den anderen 
Lebewesen außenherum.

Ich bemühe mich,
den Atem nicht festzuhalten.
Ich gebe ihn frei
im Vertrauen darauf,
daß Einatem nachkommt
von ganz allein.

Für andere da sein

 

Schatten spenden

an heißen Tagen.

 

Unterschlupf bieten

diversen Lebewesen.

 

Eine Lebensgemeinschaft

bilden.

Platz, Zeit und Kraft

zur Verfügung haben.

 

Aus dem Vollen schöpfen.

Über sich hinaus wachsen.

 

Liebe und Treue finden. 

Bunte Früchte wachsen

 

Der Mut, geschehen zu lassen,

wird belohnt.

 

Wenn die Zeit reif ist,

gibt es Frucht  im Überfluss.

 

Wie beeindruckend sind 

alle die bunten Beeren,

die auf ersten Blick 

nicht verwertbar erscheinen.

 

Sie tragen einen wertvollen Kern in sich.

Damit das Leben weiter geht.

Erntedank

 

Natürlich ernten wir auch,

wir essen und genießen.

Freuen uns am Süßen.

 

Und werden dankbar,

für all das, was in diesem Jahr

wieder möglich wurde,

als Lebensunterhalt

und Erfahrungsschatz.

Das kleine Loslassen

 

Verwandlung bedeutet

immer auch Loslassen

vom Status Quo.

 

Das Überflüssige fallen lassen,

sich trennen können.

Nicht darauf bestehen,

dass alles immer weiter

so bleiben möchte,

wie es war.

Dem, was war, nicht nachtrauern.

Sich offen halten

für Kommendes.

Das Loslassen üben

 

Das Loslassen will gelernt werden,

in jährlich wiederkehrenden Riten

und Fastenzeiten.

 

Weil es so schwer ist,

will ich es immer mal 

in meinen Alltag einbauen

mit Herzens- oder Stillegebeten,

mit Kontemplation oder Körpergebeten.

Weihnachten

 

Es ist Nacht.
Ich bin allein.

Ich suche nach dem Licht
und greife nach den Sternen.
Aber es ist immer noch Nacht,
und es bleibt lange dunkel.

Da gibt es diese
eine Heilige Nacht,
weil Jesus geboren wurde,
weil auch ich von neuem
geboren werden kann.